Weihnachts- und Neujahrsgruß der Regierungspräsidentin 2025 – Zuversicht bewahren und Zukunft gestalten

091 - 22.12.2025

Weihnachts- und Neujahrsgruß der Regierungspräsidentin 2025 – Zuversicht bewahren und Zukunft gestalten


Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, 

in wenigen Tagen feiern wir das Weihnachtsfest. Wir finden uns im Kreise unserer Liebsten zusammen und nutzen die stille Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Viele von uns treffen Menschen, denen wir vielleicht nicht täglich begegnen, die uns aber gleichwohl nahestehen: frühere Weggefährten und Freunde, Familienmitglieder, die entfernter wohnen. Wir tauschen Erlebnisse aus dem vergangenen Jahr aus, berichten was uns bewegt hat, wie es uns geht. Dabei wird es vor allem um persönliche Dinge gehen.

Aber auch vieles darüber hinaus wird Gesprächsthema sein. Die Geschehnisse in unserem Land und in der Welt und deren Auswirkungen auf uns persönlich. Ich kann mir vorstellen, dass es da einiges gibt, was zutiefst beunruhigt! Zuvorderst die Lage im Osten Europas. 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden die Zeiten rauer, der Frieden brüchig. Die Sicherheitsbehörden richten ihren Blick nach Osten und warnen angesichts des russischen Expansionsdrangs vor der Gefahr eines militärischen Großkonflikts. Ich kann gut verstehen, wenn dies bei Ihnen Sorgen hervorruft. Und mir geht es genauso. Die Zeiten ruhiger Selbstgewissheit eines Friedens in Freiheit scheinen vorüber. Die konkrete Gefahr hybrider Bedrohungen bedeutet bereits heute eine fundamentale Veränderung der Inneren wie Äußeren Sicherheit Deutschlands und lässt die Frage der Fähigkeit Deutschlands zur Abschreckung und Verteidigung als gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe wieder relevant werden.

Die vielen Konflikte rund um den Global betreffen uns unmittelbar – allein schon, weil Menschen in großer Zahl in unserem Land Zuflucht gefunden haben. Unterbringung, Versorgung und Integration dieser Menschen erfordern enorme Anstrengungen. Meine besondere Anerkennung gilt den vielen ehrenamtlich Aktiven, die sich auch in diesem Jahr wieder tatkräftig für das Wohl ihrer Mitmenschen engagiert haben. Unterfranken ist stark, weil hier das Miteinander besonders ausgeprägt ist. Mein Dank geht zudem an die unterfränkischen Kommunen und Landratsämter für ihren engagierten Einsatz zum Wohle der Schutzsuchenden. Auch die Kirchen und Sozialverbänden bringen sich weiterhin stark ein und sind ein wichtiger Teil der Integrationsarbeit.

Im Angesicht zahlreicher Herausforderungen gilt es jedoch, den Blick für die positiven Entwicklungen in unserer Heimat nicht zu verlieren. So setzten wir gemeinsam bei der Bundestagswahl im Februar mit der höchsten Wahlbeteiligung in der Geschichte des wiedervereinigten Deutschlands ein wichtiges Zeichen für die Demokratie. Unterfranken war dabei der bayerische Regierungsbezirk mit der höchsten Wahlbeteiligung und zeigte damit einmal mehr, dass in unserer Region Demokratie gelebt wird und demokratische Teilhabe einen besonders hohen Stellenwert genießt.

Vor 500 Jahren hatte die Lebenswirklichkeit der Menschen in Franken wenig mit Demokratie zu tun – im Gegenteil. Die wachsende soziale Ungleichheit mündete im Bauernkrieg, der auch bei uns mit großer Wucht tobte. Zahlreiche Museen und andere Kultureinrichtungen erinnerten im diesjährigen Jubiläumsjahr mit Ausstellungen und Veranstaltungen an eines der wichtigsten historischen Ereignisse in der Zeit des Übergangs vom Mittelalter in die Neuzeit.

Zu den größten Herausforderungen unserer Zeit gehören die Auswirkungen des Klimawandels. Unterfranken ist in besonderem Maße von Hitze und Trockenheit geprägt. Ein besonderer Fokus liegt in unserer Region daher auf dem Thema Wasser. Bereits seit 2001 setzt sich die Initiative „Aktion Grundwasserschutz“ der Regierung von Unterfranken für den Schutz der regionalen Wasserressourcen ein. Veranstaltungen wie das jährlich stattfindende „Wasserforum Unterfranken“ und Aktionen wie das „Jahr des Wassers 2025“ im Grabfeld sind nur zwei Beispiele von vielen, mit denen wir den nachhaltigen Umgang mit unserem wichtigsten Gut fördern. 

Einen Beitrag zum Trinkwasserschutz liefern auch gesunde Bäume und Wälder. Bei der diesjährigen Vorstellung der alle 10 Jahre stattfindenden Bundeswaldinventur konnte für Unterfranken erfreulicherweise ein positiver Trend festgestellt werden: Die Wälder in Unterfranken werden vielfältiger, naturnäher und reicher an Laubbäumen und Totholz. Sie haben mit Abstand die höchsten Laubholzanteile in Bayern und entwickeln sich weiter in Richtung mehr Naturnähe und Klimatoleranz. Zudem wachsen auf knapp einem Drittel der Waldfläche junge Bäume, die den langfristigen Erhalt unserer Wälder sichern helfen.

Mit dem Biodiversitätszentrum Rhön ist seit diesem Jahr ein wichtiger Baustein der „Naturoffensive Bayern“ bei der Regierung von Unterfranken angesiedelt. Mit zahlreichen Projekten trägt das Zentrum als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Rhön und anderen bayerischen Mittelgebirgen bei.

Am Ende des Jahres 2025 möchte ich nochmals allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern herzlich danken, die sich wieder in den verschiedensten Bereichen für Unterfranken stark gemacht haben. Ihr beeindruckendes Engagement im Gesundheits- und Sozialbereich, in Wirtschaft, Landwirtschaft und im Weinbau, im Natur- und Umweltschutz sowie im Schul- und Bildungsbereich ist unverzichtbar für die Weiterentwicklung unseres Regierungsbezirks. Ganz gleich ob in der staatlichen und kommunalen Verwaltung, in Hilfsorganisationen, Verbänden oder im Ehrenamt, Ihr Einsatz ist von entscheidender Bedeutung für das Wohl unserer Region. 

Auch das Jahr 2026 wird Herausforderungen für uns bereithalten. Umso herzlicher wünsche ich Ihnen und Ihren Familien – auch im Namen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und vor allem auch Frieden bringendes neues Jahr 2026!

Ihre 

Dr. Susanne Weizendörfer
Regierungspräsidentin von Unterfranken