Demografischer Wandel in Unterfranken
Der Demografische Wandel ist – neben dem Klimawandel – die wohl gravierendste und meistdiskutierte gesellschaftliche Veränderung unserer Zeit. Kennzeichen des demografischen Wandels sind eine geringer werdende Geburtenrate bei gleichzeitig zunehmender Alterung der Bevölkerung und wachsender Zuwanderung.
Nach aktueller Vorausberechnung auf Bundesebene werden im Jahr 2070 bei moderater Entwicklung von Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung weniger als 75 Millionen Menschen leben - aktuell sind es gut 84 Millionen. Weiter wird 2035 jede vierte Person in Deutschland 67 Jahre oder älter sein, 2024 war es jede fünfte Person (Quelle: 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung)
Demografischer Wandel in Bayern
Die Einwohnerzahl Bayerns wird nach Vorausberechnungen des Bayerischen Landesamts für Statistik von 13,18 Millionen Einwohner Ende 2023 auf prognostizierte 13,74 Millionen Einwohner und damit um 4,3 % bis 2043 zunehmen.
Auch wenn frühere Vorausberechnungen von geringerem Einwohnerwachstum ausgingen, zeigen sich weiterhin große Disparitäten innerhalb Bayerns:
Den sieben Regierunsbezirke wird durch zum Teil hohe Zuwanderungen eine stabile bis stark zunehmende Bevölkerungszahl vorausberechnet, die Spanne reicht von -1,4 % (Oberfranken) bis rund +8,1 % (Schwaben; Niederbayern: +6,4 %, Oberbayern: +4,9 %).
Demografischer Wandel in Unterfranken
Insgesamt wird dem Regierungsbezirk Unterfranken eine stabile Bevölkerungsentwicklung prognostiziert (+0,9 %). Voraussichtlich wird Unterfrankens Einwohnerzahl um knapp 12.000 Personen von 1,315 Millionen auf 1,327 Millionen in den Jahren 2023 bis 2043 zunehmen. Prägend für die Entwicklung bleiben der Zuzug und die zunehmende Alterung der Bevölkerung, wobei diese auf Kreisebene äußerst heterogen ausfällt.
Demografisches Profil für den Regierungsbezirk Unterfranken
Demografie-Spiegel für unterfränkische Gemeinden
Die zukünftige Einwohnerzahl auf Gemeindeebene, die Entwicklung der Altersstruktur oder die Entwicklung des Durchschnittsalters einer Gemeinde im Vergleich zu Landkreis, Regierungsbezirk und Bayern sind im Demografie-Spiegel des Bayerischen Landesamts für Statistik veröffentlicht. Anhand von Tabellen, Grafiken und Karten stehen für alle unterfränkischen (wie bayerischen) Gemeinden Daten und Fakten zum kostenfreien Download bereit. Für Gemeinden mit aktuell bis zu 5.000 Einwohnern stehen analog zur regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung Daten bis 2039 zur Verfügung, für Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern ist der Berechnungszeitraum auf 2019 bis 2033 angelegt (zur Methodik).
- Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Unterfrankens - Veränderung 2033 gegenüber 2019 in Prozent
- Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Bayerns - Veränderung 2033 gegenüber 2019 in Prozent
- Übersichtskarte zur prognostizierten Bevölkerungsentwicklung in unterfränkischen Städten, Märkten und Gemeinden 2019 - 2033
Handlungsfelder der Regierung von Unterfranken
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Der Umgang mit dem demografischen Wandels gelingt nur durch Wissen und im Dialog. Die „Geschäftsstelle Demografie“ trägt dazu bei, ein tieferes Bewusstsein für diese Thematik und ihre Folgen sowie zu Lösungsansätzen u. a. über Netzwerkveranstaltungen zu kommunizieren. Die Leitung der Geschäftsstelle hat der Leiter des Bereichs Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (2), Abteilungsdirektor Heiko Brückner, inne.
Weiter ist Regierungsvizepräsident Jochen Lange als Beauftragter für Demografie benannt.
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Gerade im Zuge des demografischen Wandels wird vielerorts in den Kommunen angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen über eine deutliche Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit nachgedacht. Insbesondere um den Gemeinden hierbei eine Hilfestellung durch die fachlichen Kompetenzen der Regierung als Bündelungsbehörde anbieten zu können, wurde das Projekt mit gleichnamigem Projektmanagement gestartet.
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Das Sachgebiet „Städtebau“ berät die Kommunen bei der Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels und unterstützt sie, mit Fokus auf die Innenentwicklung, über Mittel der Städtebauförderung. Gemeindeallianzen können über Konzepte zur Sicherung der Daseinsvorsorge, speziell über das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“, gefördert werden.
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Alle unterfränkischen Regionalmanagements und -marktinginitiativen befassen sich mit dem Thema Demografischer Wandel. Exemplarisch seien hier die von der Regierung von Unterfranken durchgeführten Veranstaltungen mit den Regionalmanagements zu den Themen "Daseinsvorsorge", "Mobilität", "Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum" oder "Migration & Fachkräfte" genannt.
Weitere Informationen
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Das Bund-Länder Demografie Portal ist eine Initiative der Demografiestrategie des Bundes und zeigt Fakten, best practice und Ansprechpartner vor Ort zum Thema demografischer Wandel auf.
Der "Demografie-Leitfaden" Bayern bietet Fakten und Tipps rund um den Demografischen Wandel in Bayern. Links und Downloads informieren über Serviceangebote der Ministerien und für alle Gemeinden sind Zahlen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung abrufbar. Der Leitfaden ist Teil der Landes-Strategie zur Bewältigung des demografischen Wandels.
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Mit extra ausgearbeiteten Statistiken zum Demografischen Wandel in Bayern gibt das Bayerische Landesamt für Statistik den lokalen Akteuren mit den Ergebnissen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung ein Instrument an die Hand, das – kombiniert mit dem Expertenwissen vor Ort – eine regionalspezifische Situationsanalyse auf Basis aktueller Daten ermöglicht. Als demografische Profile stehen Prognosen für Bayern, die Regierungsbezirke, Landkreise, kreisfreien Städte und für die Gemeinden der Öffentlichkeit zur Verfügung.
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Die Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes ermöglichen es, künftige Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung darzustellen und zu quantifizieren. Aufgrund der Stetigkeit der Bevölkerungsentwicklung können dazu Aussagen über einen relativ langen Zeitraum getroffen werden.
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Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung. Dazu gibt das BBSR u. a. die Raumordnungsprognose heraus: Hiermit lässt sich regional differenziert einschätzen, wie sich Bevölkerung, Haushalte und die Zahl der Erwerbspersonen künftig entwickeln könnten.
